Interaktiver Europa-Atlas

“Der Stellenwert von Datenjournalismus ist im deutschsprachigen Raum zu klein”, sagte Maximilian Salcher, Redakteur der Süddeutschen Zeitung, vergangenen November. Er führte mit seinem Kollegen Wolfang Jaschensky aber bereits 2013 eines der größten Datenprojekte Deutschlands durch: Den interaktiven Europaatlas.

Eine Datenprojekt-Kritik von Marion Kirbis und Jessica Braunegger

Interaktiver Europa-Atlas
Screenshot des Europa-Atlas: Bevölkerungsentwicklung in Österreich.

1. Einleitung
Der interaktive Europa-Atlas ist ein datenjournalistisches Projekt der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 2013. Auf der interaktiven Karte können Nutzer einzelne Regionen auswählen und statistische Daten aus unterschiedlichen Lebensbereichen abrufen. Auf diese Art kann man nicht nur Informationen zu einem Ort finden, sondern auch verschiedene miteinander vergleichen. Der Atlas deckt die Bereiche Bevölkerung, Arbeit & Wohlstand, Bildung & Forschung, Online, Verkehr, Gesundheit, Tourismus und Landwirtschaft ab.
Die Verantwortlichen sind Wolfgang Jaschensky (Journalist und Homepage-Chef der SZ) und Maximilian Salcher, der den technischen Löwenanteil der Arbeit im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der Hochschule Augsburg (Interaktive Medien) übernahm. Von ihm stammen das Konzept, das (responsive) Benutzerinterface und die Individualisierung der Kartenoberfläche. Er kümmerte sich weiters um die Datenakquise und -aufbereitung. Zwischen Idee und Veröffentlichung der Karte vergingen laut Jaschenskys Angaben rund 5 Monate.

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Wo sind die jungen Wilden? – Altersdurchschnitt in den Grazer Bezirken

Studentenhochburg oder Seniorenhauptstadt? Zwischen fünf Unis und einem guten Dutzend Seniorenheimen hat sich Graz in der Vergangenheit schon mit dem einen wie dem anderen Titel zieren lassen müssen. Aber wie ist es tatsächlich um das Alter der Grazerinnen und Grazer bestellt? Und wo in Graz sind die jungen Wilden, wo die alten Hasen zuhause? Ein Blick in die Bevölkerungsdaten der steirischen Landeshauptstadt.

So viel steht fest: Verglichen mit dem österreichweiten Altersdurchschnitt von derzeit 42,0 Jahren sind wir Grazer geradezu Jungspunde: Ganze eineinhalb Jahre weniger (40,5) beträgt der Schnitt innerhalb der Stadtgrenzen. Größere Gegensätze liefert da noch das Durchschnittsalter der Steirer: Hinter diesem (43,0) bleiben die Bewohner der Hauptstadt ganze 2,5 Jahre zurück.

Aber Grazer ist nicht gleich Grazer: Zwischen 38,1 und 43,3 ist man hier – je nach Bezirk – durchschnittlich alt. Angesichts demografischer Daten vieler anderer Städte wenig überraschend, aber dennoch auffällig: Je zentraler die Bezirke, desto jünger die Menschen, die darin wohnen.

Am jüngsten sind die Bewohner des Lend (38,9), am ältesten dagegen jene in Ries (43,3).


Die Altersverteilung in den Grazer Bezirken, gestaffelt vom “jüngsten” bis zum “ältesten” Bezirk

Stichwort “Studentenhochburg”: Wirft man einen Blick auf die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen, zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Innenstadtbezirke sind von dieser (jüngeren) Bevölkerungsgruppe wesentlich stärker besiedelt als die äußeren Stadtteile.

Vergleichsweise jung, aber eben nur vergleichsweise – das Durchschnittsalter von knapp über 40 Jahren rührt nicht zuletzt daher, dass die Lebenserwartung in Österreich über den Verlauf der letzten Jahre kontinuierlich angestiegen ist. Österreich wird älter, und das zeigt sich auch in Graz: Immerhin 58 Über-100-Jährige leben in der steirischen Landeshauptstadt, die meisten davon (9) im Bezirk St. Leonhard.

Reife Leistung. Wer sein Alter dennoch nicht verraten möchte, kann sich in Graz übrigens guten Gewissens darauf hinausreden, doch ohnehin zu den Jüngeren zu zählen. Im Hinblick auf den steirischen und österreichweiten Altersdurchschnitt hat er damit nicht gelogen.

Quelle (soweit nicht anders verlinkt): Open Data Graz