Letzte Ruhestätte für Christbäume

Jedes Jahr wieder, knapp nach Weihnachten, wenn der geschmückte Baum anfängt, seine Nadeln zu lassen, stellt sich die Frage: Wohin mit ihm? In Graz gibt es 65 Christbaumsammelstellen, an denen wir Weihnachten entsorgen können.

Ruhestätte

Neigt sich die Weihnachtszeit dem Ende zu, sind Christbaumbesitzer auf der Suche nach einer Ruhestätte für ihren Baum. Dieser verteilt nämlich, vor der Heizung langsam dörrend, seine Nadeln im gesamten Domizil. In Graz gibt es 65 Friedhöfe für Weihnachtsbäume, sogenannte Christbaumsammelstellen. Pro Weihnachtsfest müssen sie durchschnittlich Platz für über Tausend Bäume finden; wobei mit Durchschnitten hier schwer zu kalkulieren ist, denn, wie die folgende Karte zeigt, verteilen sich die Christbaumsammelstellen keineswegs gleichmäßig über die Stadt.

Es zeigt sich: Nicht jeder hat es gleich weit zu seiner persönlichen Christbaumsammelstelle. In einigen Bezirken finden sich bis zu acht Sammelstellen (Lend), in anderen weit weniger. Die beiden größten Bezirke, Andritz und Mariatrost, haben nur zwei bzw. eine Sammelstelle; der Bezirk Innere Stadt ist sogar christbaumsammelstellenlos. Die folgende Karte zeigt, wie viele Einwohner eines Bezirks sich eine Sammelstelle teilen. Die hellgrün eingefärbten Bezirke liegen unter dem Durchschnitt von 4.000 Einwohnern pro Sammelstelle, die dunklen darüber.

Das bedeutet nun aber nicht, dass ein besonders eifriger (oder von Nadeln in der Wohnung geplagter) Christbaumbesitzer nicht auch Bezirksgrenzen überwinden kann. Allgemein heißt es aber: Je weiter draußen man wohnt, desto weiter ist’s bis zum nächsten Bäume-Friedhof. Ein Sammelstellen-Ring befindet sich rund um die Innenstadt:

In diesem Sinne: Fröhliches Ausmisten! Sämtliche Daten stammen von der Daten-Plattform der Stadt Graz.

Kiloverteilung in der Grazer Bevölkerung

Wer kriegt wo wieviel Fett ab in der steirischen Landeshauptstadt?

von Nina Bedlivy

Der Body-Mass-Index, der mittels der Formel Gewicht / Körpergröße in Metern zum Quadrat ermittelt wird, teilt folgende Gewichtsklassen ein:

19-25: Normalgewicht

25-30: Übergewicht (Präapositas)

ab 30: Fettleibigkeit (Apositas)

Doch wie genau sind diese Werte in der Grazer Gesellschaft verteilt? Gibt es Zusammenhänge zwischen Bildung, Geschlecht und Wohnraum? Wiegt eine Frau mittleren Alters, die lediglich die Pflichtschule abgeschlossen hat, automatisch mehr als eine Altersgenossin mit Hochschulabschluss? Ist ein Pensionist, der in einem sogenannten “Randbezirk” lebt, schon aus Prinzip schlanker als einer aus dem Akademikerviertel?

Beginnen wir ganz allgemein:

So weit, so wenig überraschend. Obwohl doch einige “Wunderwuzzis” durch die Grazer Straßen watscheln, ist die Verteilung verhältnismäßig glimpflich – wenngleich sie natürlich noch weit schöner und gesünder ausfallen hätte können. Die Frauen liegen beim Normalgewicht um 12 Prozent vorn, wenn es so richtig “um den Speck” geht, führen sie mit einem Prozentpunkt das Feld an. Aber bleiben wir doch gleich bei den Damen und sehen uns das etwas genauer an:

Hier zeigt sich, dass der größte Teil der jungen Frauen mit einem BMI zwischen 20 und 25 ausgestattet ist, das Übergewicht schlägt erst ab einem Alter von 45 Jahren zu, richtig big sind prozentuell die Damen ab 60. Im Vergleich nun die Lage bei den männlichen Zeit- und Stadtgenossen:

Auf den ersten Blick identisch, bei näherem Hinsehen fallen jedoch gewisse Unterschiede auf. So führen bei den Herren zwar auch die Jüngsten das Normalgewichtsfeld an, doch ist bei ihnen in der Altersgruppe ab 60 bereits mehr als die Hälfte übergewichtig. Doch wie sieht es mit der Verteilung in den verschiedenen Bildungsschichten aus?

Siehe da – es wird eindeutiger. Je höher die Bildung, die mir als Frau zuteil geworden ist, desto höher auch mein Gesundheitsbewusstsein. Während 79% der Akademikerinnen im Bereich des Normalgewichts anzutreffen sind, können lediglich 50% jener mit Pflichtschulabschluss einen BMI unter 25 ihr Eigen nennen, ganze 21% haben mit Fettleibigkeit zu kämpfen, fast jede Dritte ist zumindest übergewichtig. Hier nun der Vergleich mit den Männern:

Interessanterweise sieht es hier ganz anders aus. Pflichtschulabschluss und Universitätsabschluss halten sich im Normalgewichtsbereich fast die Waage, es stechen eher die Bildungsgruppen dazwischen hervor. So eindeutig wie bei den Frauen ist der Zusammenhang zwischen Bildung und körperlicher Gesundheit bei den Männern also nicht. Was jedoch sehr eindeutig ausfällt: Wer eine Lehre abgeschlossen hat, ist tendenziell weit mehr von zu vielen Kilos auf den Knochen betroffen. Und nun noch ein Blick auf die Verteilung in den Stadtbezirken:

Auffallend an diesen Werten: Gerade in Gegenden, wo viele Arbeiterinnen und Arbeiter (Lehrabschluss!!) leben, regiert das Übergewicht – zumindest mehr als in allen anderen. Doch ganz so gesund dürfte das Wohnen in den Nobelbezirken auch nicht sein, immerhin ist dort fast ein Drittel der Bevölkerung präadipös. Wer also sichergehen will, seinen/ihren Lebensweg auf möglichst schlankem Fuße zu bewandern, sollte

weiblich, jung und studiert sein und in einem Bezirk wohnen, in dem es möglichst viele AusländerInnen gibt.

Die Nebeneinkünfte der Nationalratsabgeordneten

Wieviel verdienen die österreichischen Nationalratsabgeordneten neben ihrem Parlamentariergehalt?

von Katrin Nussmayr

Mit Juni 2014 müssen sämtliche Abgeordnete ihre Nebeneinkünfte für das Jahr 2013 offenlegen – 133 der insgesamt 183 Abgeordneten haben dies bereits getan*. In dieser interaktiven Grafik symbolisiert jeder Kreis einen Abgeordneten. Je größer der Kreis, desto höher sein Nebeneinkommen. Mit einem Klick auf den Kreis erfahren Sie Näheres zu den Nebenberufen des Abgeordneten.

Hinweis: Unter den Spitzenverdiernern (über 10.000 Euro) befinden sich auch jene Regierungsmitglieder der Koalition Faymann I, die im Dezember abgelöst wurden und nun wieder im Nationalrat sitzen. Mit einem Klick auf das Kästchen “ohne ehemalige Regierungsmitglieder” können diese aus der Grafik ausgeblendet werden.

*Die 10 neuen Abgeordneten, die mit der Regierungsbildung im Dezember in den Nationalrat nachrückten, müssen erst bis Juni 2015 ihre Nebeneinkünfte für das Jahr 2014 offenlegen.

Quelle: parlament.gv.at

Bruttomonatsbezüge der österreichischen Politiker

einfache Abgeordnete: 8.306,90 Euro
Klubobleute: 14.121,70 Euro
Nationalratspräsident: 17.121,70 Euro
Minister: 16.613,80 Euro
Vizekanzler: 18.275,10 Euro
Bundeskanzler: 20.767,20 Euro

„Kevin ist kein Name, sondern ein Diagnose“

Kevin, Chantal, Justin, Jaqueline – Die Anzahl der Personen, die mit diesen Namen positive Eigenschaften verknüpfen, ist verschwindend gering. Vor allem bei deutschen Lehrpersonen. Gibt es in Österreich genauso viele Kinder, die mit diesen Namen und den damit verbundenen Vorurteilen leben müssen?

Die deutsche Sprachwissenschaftlerin Julia Kube hat im Rahmen ihrer  Master-Arbeit eine Studie in Auftrag gegeben, die folgendes Resultat zu Tage förderte:

Lehrerinnen assozieren  mit Namen wie Mandy, Chantal, Kevin, Justin oder Maurice mit Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit. 84,4 Prozent der Lehrer sahen Schüler mit Namen Kevin als “eher leistungsschwach” an. In dem Fragebogen war der symptomatische Satz “Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!” zu lesen. Anders sieht es beim Namen Jakob aus. Dieser wird als leistungsstark (75,8 Prozent), verhaltensunauffällig (71,8 Prozent) und freundlich (71 Prozent) eingestuft. (Quelle)

Chantalismus  – dieses Blog erfreut sich seit einiger Zeit größter Beliebtheit. Was nicht zuletzt daran liegt, dass es sich das Bildungsbürgertum zum Freizeitvergnügen gemacht hat, über diese vorwiegend in bildungsfernen Familien vorkommenden Namen lustig zu machen.

Das Blog kommt aus Deutschland, führt aber auch Beispiele aus Österreich an. Um den Gegenbeweis dazu anzutreten, wurden die Top 100 Vornamen in Wien aller Neugeborenen seit 2006 ausgewertet und letztendlich auf die männlichen und weiblichen Top Ten des Jahres 2012 reduziert. Das Ergebnis: Emma und David waren die beliebtesten Vornamen für Mädchen und Jungen. In Österreich ist man also vom “Kevinismus” weit entfernt.

Immer wieder PISA

Zum vierten Mal schon stellte die OECD vor wenigen Wochen erneut die PISA-Ergebnisse vor. Für Österreich hat auch das Jahr 2012 keine bedeutenden Besserungen gebracht.

An PISA 2012 nahmen alle 34 OECD-Mitgliedsländer, sowie 31 Partnerländer teil, die zusammen über 80% der Weltwirtschaft repräsentieren. Evaluiert wurde, auf welchem schulischen Niveau sich 15-jährige Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik, Naturwissenschaften und Problemlösung befinden.

Asien legt vor

Mit einer mittleren Punktzahl von 613 erzielte Shanghai (China) die besten Ergebnisse im Bereich Mathematik. Das entspricht einem Vorsprung von drei Schuljahren gegenüber dem OECD-Durchschnitt. Unter den ersten zehn Ländern im Mathematikvergleich befinden sich sieben aus Asien. Nur Liechtenstein, die Schweiz und die Niederlande konnten als europäische Staaten mit den Plätzen 8-10 punkten.

Die fünf Länder und Volkswirtschaften, die in PISA 2012 die besten Ergebnisse im Bereich Lesekompetenz vorzuweisen hatten, waren Shanghai (China), Hongkong (China), Singapur, Japan und Korea. Auch hier zeigt sich eine klare asiatische Vormachtstellung.

In vielen Ländern und Volkswirtschaften besteht in Mathematik ein merklicher Leistungsunterschied zugunsten der Jungen, allerdings mit unterschiedlich starker Ausprägung. Der Leistungsvorsprung der Mädchen beim Lesen wiederum vergrößerte sich zwischen 2000 und 2012 in elf Ländern. Hier schneiden die Mädchen fast überall besser als die Jungen ab, so auch unsere Nachbarn in Deutschland.

Österreich wieder auf Niveau von 2006

Österreichs Durchschnittsergebnisse in den Bereichen Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften entsprachen 2012 wieder dem 2003 und 2006 verzeichneten Leistungsniveau. Das relativ gute Ergebnis aus dem Jahr 2000 wurde auch dieses Mal nicht wieder erreicht, das Tief aus dem Jahr 2009 wurde aber überwunden.

In Österreich erzielten die Schüler in Mathematik im Durchschnitt 506 Punkte. Das macht insgesamt Platz 18 im Mathematik-Ranking und entspricht den Ergebnissen von Australien, Dänemark, Irland, Neuseeland oder Slowenien. Österreich liegt im Bereich Mathematik hinter der Schweiz und Deutschland.

Im Bereich Lesen erzielten die Schüler durchschnittlich 490 Punkte. Österreich liegt damit auf Platz 28. Dieses Ergebnis liegt unter dem OECD-Mittelwert und entspricht jenen von Kroatien, Dänemark, Ungarn, Italien, Portugal, Spanien, Schweden und den USA.

Mathe ist doof

2003 erzielten die Jungen in Österreich im Bereich Mathematik durchschnittlich acht Punkte mehr als die Mädchen. 2012 erreichten die Jungen 22 Punkte mehr als die Mädchen. Damit verzeichnete Österreich den stärksten Anstieg an geschlechtsspezifischen Leistungsunterschieden unter allen Ländern.

Die geschlechtsspezifischen Leistungsunterschiede in Mathematik stiegen zwischen 2003 und 2012 um 15 Punkte an. Das der stärkste Zuwachs, der unter allen Länder zu beobachten war.

Die unten stehende Weltkarte zeigt eine grafische Aufarbeitung der PISA-Ergebnisse aller teilnehmender Staaten, wobei rot für eine schlechte, braun für eine mittlere und blau für eine gute Leistung (gemessen am OECD-Durchschnitt) steht. Klickt man auf die Länder, erhält man Angaben zu den einzelnen Teilbereichen des PISA-Tests.