Warum Frau sich öfter trennt

Seit einigen Jahren haben homosexuelle Paare in Österreich die Möglichkeit, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Das nutzten vor allem Männer. Statistische Besonderheiten aus den Jahren 2010 bis 2014:

Seit dem 1.1.2010 können gleichgeschlechtliche Paare eine Eingetragene Partnerschaft begründen. Die gesetzliche Grundlage bildet das Eingetragene Partnerschafts-Gesetz (EPG). Abhängig vom Wohnort kann die Partnerschaft von einem Beamten bzw. einer Beamtin der jeweils zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde für rechtsgültig erklärt werden.

Insgesamt machten in den ersten fünf Jahren 2.294 homosexuelle Paare von dieser Möglichkeit Gebrauch. Die meisten von ihnen ließen ihre Partnerschaft in den ersten zwölf Monaten nach Inkrafttreten des Gesetztes eintragen: Mit 705 Eintragungen gilt 2010 bisher als Rekordjahr, das Bundesland Wien verzeichnete beinahe die Hälfte aller Begründungen.

Frauen trennen sich öfter

Fünf Jahre nach der Einführung leben in Österreich 2.364 homosexuelle Männer und 1.700 homosexuelle Frauen in einer Eingetragenen Partnerschaft. Das sind beinahe ein Drittel mehr Männer als Frauen. Auffällig ist auch, dass Frauen ihre Partnerschaften öfter wieder auflösen. Eine generell höhere Trennungsrate als bei schwulen Paaren dürfte jedoch nicht gegeben sein, denn „homosexuelle Männer leben sehr promiskuitiv“, erklärt Psychotherapeutin Susanne Adamek. Sie betreut in ihrer Paartherapie auch homosexuelle Paare, die laut eigenen Angaben jedoch alle nicht eingetragen sind. Das sei ihnen nicht so wichtig, erläutert Adamek, da sie nicht das Gefühl haben, ihre Beziehung zusätzlich vertraglich stärken zu müssen. Die Tatsache, dass homosexuelle Frauen weniger Eingetragene Partnerschaften begründen als Männer, könnte also auch damit zu erklären sein, dass sie diesen Schritt schlicht und einfach nicht für nötig halten.

Der Grund für dieses Phänomen könnte viel mehr geschlechterspezifisches Verhalten in einer Beziehung sein, vermutet Regina Beer, die Paaren ebenfalls psychotherapeutische Hilfe bietet. „Frauen warten sehr lange, bis sie ihre Unzufriedenheit aussprechen“, teilt Beer ihre persönliche Erfahrung. Während Frauen dann dazu neigten, ihre Beziehungen relativ schnell zu beenden, würde sich der Mann arrangieren und beispielsweise durch Sport Ablenkung suchen. Der Drang zur Veränderung sei bei Frauen ab dem Zeitpunkt der Aussprache viel stärker ausgeprägt als bei Männern.

Keine Auflösungen in Kärnten

In Kärnten machte dagegen kein einziges gleich­geschlechtliches Paar von der Möglichkeit der Auflösung Gebrauch. Die Rate der Auflösungen Eingetragener Partnerschaften ist in Vorarlberg mit einem Wert von 15 Prozent am höchsten: Im westlichsten Bundesland Österreich beendeten sieben von 46 Paaren offiziell ihre Partnerschaft. Geografische Zusammenhänge scheint es dahingehend jedoch nicht zu geben: Mit einer durchschnittlichen Scheidungsrate von 38,9 Prozent für den Zeitraum von 2010 bis 2014 liegt das Land Kärnten österreichweit an sechster Stelle – aber damit auch vier Prozentpunkte unter dem nationalen Durchschnitt, den etwa Vorarlberg mit 43 Prozent beinahe repräsentiert. Es verzeichnet damit die dritthöchste Scheidungsrate.

Österreichweit lösten 6 Prozent der homosexuellen Paare ihre Partnerschaft innerhalb der ersten fünf Wirkungsjahre wieder auf. Mit der Gesamtscheidungsrate – durch Statistik Austria definiert als “Wahrscheinlichkeit, mit der im jeweiligen Jahr geschlossene Ehen bei unverändertem Scheidungsverhalten durch eine Scheidung enden”  – kann dieser Wert jedoch nur bedingt verglichen werden, wenn auch knapp ein Viertel der geschiedenen Ehen im genannten Zeitraum kürzer als fünf Jahre anhielten.

Insgesamt lag die Gesamtscheidungsrate im Jahr 2014 bei 42,1 Prozent. Interessant hierbei: Bei strittig geschiedenen Ehen trug in 55,1 Prozent der Fälle der Mann das Verschulden, nur in 10,3 Prozent der Fälle die Frau.

 

Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung


 

Werkstattbericht

Sechs Jahre gibt es nun in Österreich für homosexuelle Paare die Möglichkeit, vor der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde eine Eingetragene Partnerschaft (EP) zu begründen – oder diese im Falle einer Trennung aufzulösen? Immer wieder wurde die Debatte entfacht, auch, weil die EP der Ehe (noch) nicht zu hundert Prozent gleichgestellt ist.

Aber wie viele Paare haben diese Möglichkeit überhaupt genutzt? Gibt es statistisch gesehen Unterschiede zwischen Mann und Frau? Werden mehr Ehen geschieden als Eingetragene Partnerschaften aufgelöst?

Statistik Austria gibt jeweils im Februar des Folgejahres unter dem Titel „Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung“ unter anderem Daten zu Begründungen bzw. Auflösungen Eingetragener Partnerschaften sowie Eheschließungen bzw. Ehescheidungen bekannt.

Mithilfe dieser Daten habe ich mich auf die Suche nach statistischen Besonderheiten gemacht. Und es gibt sie: Tatsächlich lassen weniger homosexuelle Frauen ihre Partnerschaft eintragen – die Rate der Auflösungen ist relativ gesehen jedoch doppelt so hoch als bei homosexuellen Männern. Woran liegt das? Gibt es psychologische Gründe für dieses Phänomen? Ja, sagt Psychotherapeutin Regina Beer aus Wien: Die Antwort könnte am geschlechterspezifischen Verhalten in Beziehungen und dem Umgang mit Problemen liegen.

Sie ist eine von sieben Psychotherapeuten und -therapeutinnen, die ich versucht habe zu kontaktieren – in alphabetischer Reihenfolge nach einer Liste von Psychotherapeuten mit Fachgebiet Homosexualität in Wien. Zwei davon waren bereit dazu, mit mir zu sprechen. Susanne Adamek brachte mich auf den Punkt, dass die Trennungsrate bei homosexuellen Frauen generell nicht zwingend höher sein muss als bei Männern, da einige Paare keine Eintragung vornehmen lassen.

Bei weiterer Betrachtung der Auflösungen fiel auf, dass im untersuchten Zeitraum (den Jahren 2010 bis 2014) in Kärnten kein einziges homosexuelles Paar seine Partnerschaft auflösen ließ. Liegt das etwa an einer generell geringeren Trennungsrate im Bundesland? Nein. Denn Ehescheidungen liegen nach Datenabgleich und Mittelwertberechnung absolut im nationalen Mittelfeld (Platz 6 von 9).

Da die Gesamtscheidungsrate mit der Auflösungsrate von Eingetragenen Partnerschaften aber nur begrenzt vergleichbar ist, da der Ehe – und den dazugehörigen Daten – eine viel längere Historie zugrunde liegt. Vergleichend kann man aber feststellen, dass im untersuchten Zeitraum beinahe ein Viertel (23,7 Prozent) aller Ehen nach einer Dauer von weniger als fünf Jahren wieder geschieden wurden. In diesem Zusammenhang ist dann auch interessant, dass im Falle von strittig geschiedenen Ehen in mehr als der Hälfte der Fälle Männer die Schuld an der Scheidung tragen.

Herausforderungen:

  • Instrumente zur Visualisierung: Excel-Grafiken können nur als JPEG eingebettet werden – deswegen Umdisponierung auf Datawrapper, wo uns zuerst die Lizenz fehlte, um die Grafiken zu publizieren; schlussendlich für Infogr.am entschieden, weil es mit Link funktioniert.
  • Daten zur EP sind sehr leicht zu überblicken, da nur jene von den vergangenen fünf Jahren vorhanden sind; von der Ehe sind dagegen sehr, sehr viele umfangreiche Datensätze vorhanden – die müssen erst gesichtet und nach vergleichsweise auffälligen Daten gefiltert werden
  • Da Daten für 2015 erst im Februar veröffentlicht werden, ist der Bericht nicht auf aktuellem Stand

Datensätze wurden wie folgt bearbeitet:

  1. Die Daten von Statistik Austria (Links siehe oben) in verschiedenen Excel-Sheets nach den Kategorien Ehe bzw. Eingetragene Partnerschaften sortiert.
  2. Für die Geschichte relevante Daten in ein Vergleichsdokument kopiert: Eheschließungen + Eintragungen 2010-2014, Ehescheidungen + Auflösungen EP 2010-2014; Prozentsatz Ehedauer <5 Jahre; Summe der gefragten Jahre berechnen und Mittelwert bilden
  3. Trendverlauf von Eheschließungen und Eintragungen von EPs berechet. Herausgefunden, dass Häufigkeit von Eheschließungen und EPs pro Jahr keinen gemeinsamen Trend (aufwärts und abwärts) haben. [(Neu minus Alt)/Alt]
  4. Summe der Eingetragenen Partnerschaften nach Monat summiert und durch Schnellanalyse farblich sortiert: Juli und August sind beliebteste Monate.
  5. „Eheschließungen seit 2003 nach Ereignismonaten und Bundesländern“ von Statistik Austria heruntergeladen: Daten aus den Jahren 2003 – 2009 gelöscht, Summe der Eheschließungen aus den jeweiligen Monaten gebildet, Ergebnis in Vergleichsdokument kopiert; bemerkt, dass ich nur die Daten aus dem Jahr 2014 vergleichen kann –> bei der Ehe Jahre 2010 bis 2014 ausgeblendet, vorhandene Daten aus dem Jahr 2014 sortiert, da Summe bereits vorhanden
  6. Eintragungen + Auflösungen EP in einem neuen Tabellenblatt gegenüberstellen. Anteil in Prozent ausrechnen.
  7. Durch Schnellformatierung und Farbskala im Datensatz „Ehescheidungen seit 2004“ die Scheidungsrate in Kärnten von 2010 bis 2014 ausmachen: Summe der Scheidungen nach Bundesländern der Größe nach sortiert.
  8. Im Sheet „Daten_EP“ die aufgelösten Partnerschaften von den Eingetragenen abziehen und die Summe der noch eingetragenen Paare von 2010 bis 2014 berechnen
  9. Mittelwert des prozentuellen Anteils von Auflösungen Eingetragener Partnerschaft berechnen. = 6 Prozent
  10. Mittelwert des prozentuellen Anteils von Scheidungen von Ehen, die kürzer als 5 Jahre anhielten, berechnen = 23,7 Prozent

 

 

Das Wandern ist der Jungen Lust

SteirischeVielfaltSag mir, wer du bist und ich sage dir, wohin du wanderst: Wer einen Blick auf alters- und geschlechtsspezifische Wanderungsdaten wirft, erfährt, welche steirischen Bezirke Senioren anziehen, welche das Ziel der Jugend sind und wo Männer mobiler als Frauen sind.

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Ein nicht ganz so grünes Herz

Während es immer mehr Menschen Richtung Graz und Umgebung zieht, haben vor allem ländliche Regionen mit Abwanderung und Geburtenrückgang zu kämpfen. Wie sieht es in Ihrer Gemeinde aus?

SteirischeVielfaltDie Steiermark ist bekannt als das grüne Herz Österreichs. Im grünen Bereich ist allerdings nicht alles auf dieser Karte: Hier wird die Bevölkerungsveränderung zwischen 2004 und 2014* dargestellt. Gemeinden mit negativer Veränderung sind violett eingefärbt, während grüne Gemeinden ein positives Wachstum anzeigen. Besonders ländliche Regionen in den Bezirken Bruck-Mürzzuschlag und Murau sind vom Bevölkerungsschwund betroffen.


Bevölkerungsveränderung in der Steiermark 2004-2014 im Vergleich

In und um Graz ist ein Bevölkerungsplus sichtbar. Die Gemeinden Übelbach und Semriach weisen jeweils ein positives Wachstum von über 180 Prozent auf. Graz selbst ist um 13, 6 Prozent gewachsen. Auch in der Südweststeiermark und der Oststeiermark liegen die Gemeindewerte großteils im positiven Bereich.

In den ländlichen Bereichen sieht es nicht so grün aus. Vor allem die Gemeinden Mühlen (-59,7 Prozent), Stiwoll (-77,6 %), Eisenerz (-24,2 Prozent) und Vordernberg (-22,3 %) haben mit einem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen.

Es mag die Landschaft sein oder der Tourismus: Einzelne Gemeinden, die eigentlich in Abwanderungsgebieten liegen, haben ein Wachstum zu verzeichnen. Die „Bevölkerungs-Oasen“ des Ennstals sind Gröbming mit 9,7 Prozent mehr Menschen als 2004, in Aich 5 Prozent. Im Mürztal verzeichnet Krieglach ein leichtes Plus von 1,7 Prozent. Die Gemeinden Sankt Lorenzen im Mürztal sowie Sankt Marein im Mürztal haben ihre Bevölkerungzahl um 7,2 beziehungsweise 7,04 Prozent vergrößert. Auch Sankt Marein-Feistritz im Murtal und einige umliegende Orte zeigen eine positive Veränderung.

*Die Bevölkerungsdaten von 2004 wurden von der Autorin auf die neue Gemeindestruktur umgerechnet
Datenquelle: Landesstatistik Steiermark/Land Steiermark 

Get the Data: Bevölkerungsveränderung 2004-2014

Gerechte unter den Völkern aus Österreich: „Ein Platz in der kommenden Welt“

Wer im Holocaust Juden gerettet hat, erhält seit den 1950er-Jahren vom Staat Israel die Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“. In Österreich sind das bisher 104 Personen. Was haben sie gemeinsam?

„Die Gerechten aus den Völkern haben einen Platz in der kommenden Welt“, besagt der jüdische Talmud. Aus diesem Satz ist 1953 die höchste Auszeichnung entstanden, die der Staat Israel an Nichtjuden vergeben kann. Nach dem Leitspruch „Wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt“ wird geehrt, wer in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus Juden das Leben gerettet und sich dabei selbst in Gefahr gebracht hat.

Mit Stand 1. Jänner 2015 gibt es weltweit 25,685 Gerechte, davon 104 aus Österreich. Die Zahl der Geehrten spiegelt jedoch keineswegs das ganze Ausmaß der Hilfe, die couragierte Bürger Juden im „Dritten Reich“ geleistet haben, wie die zuständige Gedenkstätte Yad Vashem selbst betont. Denn für die Ehrung muss der Behörde zum Gedenken an die Märtyrer und Helden des Holocaust ein eindeutiges Zeugnis vorliegen, was vielfach nicht der Fall ist.

Wirft man einen näheren Blick auf die Statistik, fällt auf, dass ein großer Teil der Geehrten (39,42 Prozent) aus Wien kommt.

Dies sei „allein schon einmal aufgrund der sehr hohen Population“ zu erklären, durch welche es eine Überwahrscheinlichkeit gebe, erklärt der Historiker Heinz P. Wassermann: „Und in Wien scheinen doch so die linken Milieus, möglicherweise auch die katholischen Milieus, noch ziemlich intakt geblieben zu sein“, ergänzt Wassermann, der Zeitgeschichte und politische Kommunikation am Institut Journalismus und Public Relations an der FH JOANNEUM Graz lehrt.

Zeitlich gesehen fanden ebenfalls genau 39,42 der Prozent Ehrungen zwischen 1973 und 1982 statt – laut dem Dozenten „reiner statistischer Zufall“. Für die große Anzahl der Geehrten in diesem Zeitraum sei laut Wassermann „wohl ein Mix aus mehreren Faktoren verantwortlich: Das mag zum einen mit dem Alter der jeweils Betroffenen, aber auch international mit der Forschungssituation zu tun haben“, die sich in den 1970er-Jahren stark verbessert habe.

Die Motive der Retter

Doch was bewegte die Helfer von damals dazu, ihr eigenes Leben für die Rettung ihrer jüdischen Mitmenschen aufs Spiel zu setzen? „Das Hauptmotiv für die Hilfe war weltweit wohl dasselbe: ein humanistischer Zugang und ein stark antinationalsozialistischer Impetus“ – einerseits aus linkem Humanismus, andererseits im katholischen Milieu dadurch, dass der Nationalsozialismus als Antichrist wahrgenommen worden sei, weiß der Geschichtsexperte. Natürlich hätten aber auch persönliche Beziehungen eine Rolle gespielt.

Die 2014 verstorbene Historikerin und Zeitzeugin Erika Weinzierl formuliert es in ihrem Buch Zu wenig Gerechte. Österreicher und Judenverfolgung 1938–1945 einfacher: Von einer Studie des kalifornischen Sozialforschers Samuel Oliner gestützt, „wage ich zu behaupten, dass der (…) gesuchte gemeinsame Nenner das Gewissen ist, ‚jene jüdische Erfindung‘, das einzuschläfern oder zu zerstören den Nationalsozialisten – selbstverständlich auch auf Grund alter antijüdischer Vorurteile – so ‚gut‘ gelungen ist“.

Über die Recherche

Die Recherche war eine deutlich größere Herausforderung als angenommen. Vor allem deshalb, weil ich dafür zwei Datensätze – die offizielle Liste von Yad Vashem und die mit Zusatzinformationen angereicherte Liste aus Wikipedia zusammenführen musste. Auf den ersten Blick schien es beträchtliche Unterschiede zwischen den beiden Listen zu geben. Diese ließen sich aber größtenteils auflösen.

Arbeitsprotokoll

    1. Semi-manueller Import der Daten aus Yad Vashem (PDF) in ein Excel-File
    2. Import der Daten aus Wikipedia in das File (problemlos)
    3. Säubern der Datensätze (z. B.: Überführung von Familienangehörigen in jeweils eine eigene Zeile)
    4. Beide Datensätze mithilfe diverser Funktionen in dasselbe Format überführt
    5. Vergleich über SVERWEIS
    6. Manuelle Überprüfung der Lücken. Viele lassen sich durch unterschiedliche Schreibweisen von Namen auflösen
      Dennoch:
      13 Geehrte aus Yad Vashem nicht in Wikipedia
      3 Geehrte aus Wikipedia nicht in Yad-Vashem-Liste
      Erklärung:
      Wikipedia-Liste nicht mehr aktuell bzw. unvollständig
      2 Geehrte aus Wikipedia von Yad Vashem zu Deutschland gezählt
      1 Geehrter aus Wikipedia aus einem unbekannten Grund nicht in der offiziellen Liste

 

  1. Entscheidung für die Daten aus Yad Vashem als Grundlage für meine Statistik, da offiziell und umfangreicher
  2. Anreicherung der Daten mit den Zusatzinformationen aus Wikipedia: Jahr der Ehrung, Wirkungsort, Geburts- und Sterbedatum (unvollständig)
  3. Geburts- und Sterbedaten der Einfachheit halber auf Jahreszahlen reduziert (tlw. nur Jahreszahlen)
  4. Fehlende Zusatzinformationen manuell im Internet dazurecherchiert (Hauptquelle: Online-Datenbank von Yad Vashem), Geburts- und Sterbedaten jedoch teilweise unauffindbar
  5. Kategorisierung der Wirkungsorte (nach Bundesländern) und Ehrungsjahre (nach Zehn-Jahres-Abschnitten), danach statistische Auswertung
  6. Qualitatives Interview mit H. P. Wassermann zur Interpretation der Daten und Einschätzung des Kontexts
  7. Test verschiedener Visualisierungstools, Entscheidung für Infogram
  8. Einarbeitung in Infogram
  9. Erstellung eines Streudiagramms der einzelnen Geehrten, sowie zweier Balkendiagramme aus der statistischen Auswertung
  10. Texterstellung und Einbindung der Grafiken

Schwierigkeien

  • Unterschiedlichkeit der beiden Datensätze
  • Offizielle Einteilung nach Staaten laut H. P. Wassermann durchaus willkürlich
  • Mühsam nachrecherchierte Geburts- und Sterbedaten ließen sich von Infogram nicht in das Streudiagramm einbauen

Es muss nicht immer Lukas sein

Hannah und Lukas statt Maria und Johann – die Beliebtheit der Vornamen haben sich seit den 20er-Jahren enorm verändert. Durch Zuwanderung und die zunehmende Kreativität der Eltern beobachten wir heute eine weit größere Namensvielfalt. Fast 60 Prozent aller in der Steiermark im Jahr 2014 vergebenen Namen kamen nur einmal vor.

Vornamensforschung von Nicole Stranzl

10.416 Babys kamen im Jahr 2014 in der Steiermark zur Welt – 48 Prozent davon weiblich, 52 Prozent männlich. Die Statistik Steiermark erfasste wie jedes Jahr seit 1984 die ersten Vornamen all jener Neugeborenen mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Insgesamt wurden 2014 dabei 1.293 unterschiedliche Namen vergeben.

Interessant daran ist, dass fast 60 Prozent aller Namen nur einmal vergeben wurden. Gründe dafür könnten einerseits die Kreativität der Eltern sein, die ihre Kinder Elvis, Divine oder Aurora-Vivien nannten und andererseits der hohe Anteil der ausländischen Namen wie Ümmü oder Amar.

Nur 18 Prozent aller Namen wurden häufiger als fünf Mal vergeben.

So viele unterschiedliche Namen gab es im Jahr 2014 

Die Spitzenreiter

Am beliebtesten bei den Bubennamen waren im Jahr 2014 Lukas, Jakob und Maximilian. Rechnet man die letzten 30 Jahre – beginnend im Jahr 1984 – zusammen, sieht die Sache jedoch ein bisschen anders aus.

Michael dominiert die Buben in dieser Wertung, weil der Name bis vor wenigen Jahren immer auf Topplatzierungen anzutreffen war. Im Jahr 2014 ist er nur mehr auf Platz 26 zu finden – mit 36 Nennungen. Das ist ein leichter Anstieg zu den 33 Nennungen im Jahr 2013.

Der aktuelle Liebling Lukas befindet sich in der 30-Jahre-Wertung auf Platz fünf. Jakob (Platz 25) und Maximilian (Platz 20) schneiden auf lange Sicht nicht ganz so gut ab wie Lukas. Neben Florian ist er der einzige, der sowohl 2014 als auch in der 30-er-Jahre-Wertung unter den Top10 weilt.

Thomas und Kilian fielen im Jahr 2014 erstmals aus den Top40 der beliebtesten Bubennamen in der Steiermark. Auch Namen wie Julian, Nico, Jan, Dominik und Johannes tendieren laut Statistik Steiermark dazu, weniger vergeben zu werden. Raphael hingegen gewinnt an Beliebtheit – er konnte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7 Plätze verbessern und steht aktuell auf Platz elf.

* Diese Plätze wurden mehrfach belegt, weil der Name gleich häufig vergeben wurde

Die Spitzenreiterinnen

Hannah, Marie und Lena sind die Namen, die bei den Mädchen im Jahr 2014 am häufigsten gewählt wurden. Im Gegensatz zu den Buben gibt es bei den Mädchen mehrere Namen, die sowohl im Jahr 2014 als auch im Ranking der letzten 30 Jahre unter den Top10 bestehen.

Anna war 2013 auf Platz eins zu finden – 2014 belegte sie Platz 4. Auf die letzten 30 Jahre gesehen schneidet sie mit dem 5. Platz sehr gut ab. Auch Sarah und Lena sind durchgehend in den Top10 zu finden. Julia fällt hinaus, weil der Name 2014 nur den 14. Rang belegte. Auch Katharina verließ die Top10.

An Beliebtheit gewonnen im Vergleich zum Jahr 2013 haben Johanna und Lea. Jana, Miriam, Lina und Selina werden ebenfalls wieder beliebter. Wohingegen Amelie von Platz 18 im Jahr 2013 auf Platz 31 im Jahr 2014 zurückfällt. Auch Emily und Emely haben an Beliebtheit verloren, gleich wie Alina.

Neu in den Top40 sind Theresa, Vanessa, Maja, Marlene und Valerie.
Lilly, Nora, Anja, Aylin und Anna-Lena verließen die Top40 im Jahr 2014 dagegen.

* Diese Plätze wurden mehrfach belegt, weil der Name gleich häufig vergeben wurde

Kreativität ist in!

Die Statistik Steiermark verzeichnet auf lange Frist gesehen weniger Veränderungen bei den beliebtesten Mädchennamen im Gegensatz zu den Bubennamen. Trotzdem gibt es bei den weiblichen Namen eine höhere Vielfalt – das beweist die Tatsache, dass nur 55 Prozent der Mädchen im Jahr 2014 einen Namen aus den Top40 erhielten. Bei den Buben waren es 62 Prozent. Im Jahr 1996 waren es bei den Mädchen noch 63 Prozent und bei den Buben sogar 78 Prozent.

Wie kreativ manche Eltern sind, beweisen die folgenden Namen – ein Auszug von 2014:

außergewöhnliche Namen

Früher war alles anders…

Solch ausgefallene Namen waren in den 20er und 30er Jahren wohl kaum zu finden. Johann, Franz, Josef und Karl machten damals zusammen mit 34 Prozent fast ein Drittel aller Namen aus. Heute findet man lediglich vereinzelte Namensträger. Im Jahr 2014 gab es nur sehr wenige Nennungen dieser Namen – zusammen machen sie gerade einmal 0,4 Prozent der im Jahr 2014 in der Steiermark vergebenen Namen aus.

Vergleich Josef etc

Die vier beliebtesten Bubennamen aus dem Jahr 2014 ergeben gemeinsam lediglich elf Prozent.

Bubennamen heute

Bei den Mädchennamen sieht die Sache ein wenig anders aus: Bereits damals war Anna ein sehr beliebter Name. Maria und Rosa sind zwar auch seltener geworden, jedoch ist Marie – das sehr stark an Maria erinnert – auf Platz 2 im Jahr 2014. Ähnlich verhält es sich mit Theresia und Theresa. Der einst so beliebte Name ist heute gänzlich verschwunden, dafür steigt die Popularität von Theresa – 25 Nennungen im Jahr 2014. Der Name Theresia wurde im Jahr 2014 nicht vergeben – Anna hingegen belegt sogar Platz vier in der Hitliste. Zusammen machen die drei verbliebenen und einst beliebtesten Namen 3,1 Prozent aus.

Frauennamen Theresia

Die vier beliebtesten Mädchennamen aus dem Jahr 2014 machen zusammen 10,6 Prozent aus.

Mädchennamen 2014Anna wird also vermutlich auch noch in den nächsten dreißig Jahren unter den beliebtesten Namen zu finden sein. Ungewiss ist die Sache hingegen bei Namen wie Michael oder Thomas – hier wird sich zeigen, was die Zukunft bringt. Ebenso ist die Frage, ob Finns sich auf lange Zeit durchsetzen oder ob dies bloß ein Trendname ist. Eines ist jedoch klar: für Johanns und Theresias sind die besten Zeiten vorbei – die Zukunft heißt wohl doch eher Lukas.

 

Werkstattbericht

Recherche
Nachdem mein Thema festgelegt war, kontaktierte ich DI Martin Mayer von der Statistik Steiermark und fragte ihn nach den Daten über die Vornamen der Steiermark aus dem Jahr 2014 und 2013. Er schickte mir die Excellisten mit allen aufgelisteten Namen der beiden Jahre, sowie ein Pdf-Dokument mit genaueren Informationen.

Daten säubern
Die Informationen aus dem Pdf-Dokument übertrug ich in Tabellenform in Excel-Tabellen. Das beinhaltete die Top40 Namenslisten aus dem Jahr 2014, 2013, sowieso die Jahre von 1984 bis 2014 zusammengefasst.
Weiters fertigte ich eine Tabelle mit der Geburtenzahl insgesamt, sowie dem Buben- und Mädchenanteil.
Ich legte eine Liste darüber an, wie viele Namen wie oft vergeben wurden. Sprich so und so viele Namen wurden 1 Mal vergeben, so und so viele zwei Mal, usw.
Die ausgefallensten Namen schrieb ich in eine eigene Tabelle, ebenso wie die beliebtesten Namen der 20er und 30er-Jahre. Ich verglich, wie oft die damals beliebtesten Namen 2014 vergeben wurden und errechnete den prozentuellen Anteil der vier beliebtesten Buben- und Mädchennamen aus dem Jahr 2014.

Arbeitsschritte
Ich fertigte etliche Grafiken in Excel an – Säulen- und Kreisdiagramme, wovon ich jedoch im Endeffekt nur vier Säulendiagramme verwendete.
Mit Infogr.am erschuf ich zwei Tabellen über die Top40-Namen (jeweils für Buben und Mädchen) und eine Grafik über die Häufigkeit der Namen.

Schwierigkeiten
Zuerst wollte ich Datawrapper verwenden – dieses Tool war allerdings nicht kostenlos, deswegen schwenkte ich um auf Excel bzw. Infogr.am. Bei Excel war es anfangs schwierig, die Grafik auf WordPress einzubetten, damit sie gut leserlich sind.
Auch hatte ich anfangs Probleme, die Geschichte an sich zu finden, weil sich bei diesem Thema mehrere Möglichkeiten angeboten hätten.

Zeitaufwand
Die Daten aus dem pdf-Dokument übertrug ich bereits in den Weihnachtsferien in Excel-Sheets. Dafür brauchte ich nicht ganz eine Stunde. Am 11. Jänner arbeitete ich ca. 8 Stunden auf der FH. Am 13. Jänner finalisierte ich das Projekt schließlich in 5 Stunden.