Immer wieder PISA

Zum vierten Mal schon stellte die OECD vor wenigen Wochen erneut die PISA-Ergebnisse vor. Für Österreich hat auch das Jahr 2012 keine bedeutenden Besserungen gebracht.

An PISA 2012 nahmen alle 34 OECD-Mitgliedsländer, sowie 31 Partnerländer teil, die zusammen über 80% der Weltwirtschaft repräsentieren. Evaluiert wurde, auf welchem schulischen Niveau sich 15-jährige Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik, Naturwissenschaften und Problemlösung befinden.

Asien legt vor

Mit einer mittleren Punktzahl von 613 erzielte Shanghai (China) die besten Ergebnisse im Bereich Mathematik. Das entspricht einem Vorsprung von drei Schuljahren gegenüber dem OECD-Durchschnitt. Unter den ersten zehn Ländern im Mathematikvergleich befinden sich sieben aus Asien. Nur Liechtenstein, die Schweiz und die Niederlande konnten als europäische Staaten mit den Plätzen 8-10 punkten.

Die fünf Länder und Volkswirtschaften, die in PISA 2012 die besten Ergebnisse im Bereich Lesekompetenz vorzuweisen hatten, waren Shanghai (China), Hongkong (China), Singapur, Japan und Korea. Auch hier zeigt sich eine klare asiatische Vormachtstellung.

In vielen Ländern und Volkswirtschaften besteht in Mathematik ein merklicher Leistungsunterschied zugunsten der Jungen, allerdings mit unterschiedlich starker Ausprägung. Der Leistungsvorsprung der Mädchen beim Lesen wiederum vergrößerte sich zwischen 2000 und 2012 in elf Ländern. Hier schneiden die Mädchen fast überall besser als die Jungen ab, so auch unsere Nachbarn in Deutschland.

Österreich wieder auf Niveau von 2006

Österreichs Durchschnittsergebnisse in den Bereichen Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften entsprachen 2012 wieder dem 2003 und 2006 verzeichneten Leistungsniveau. Das relativ gute Ergebnis aus dem Jahr 2000 wurde auch dieses Mal nicht wieder erreicht, das Tief aus dem Jahr 2009 wurde aber überwunden.

In Österreich erzielten die Schüler in Mathematik im Durchschnitt 506 Punkte. Das macht insgesamt Platz 18 im Mathematik-Ranking und entspricht den Ergebnissen von Australien, Dänemark, Irland, Neuseeland oder Slowenien. Österreich liegt im Bereich Mathematik hinter der Schweiz und Deutschland.

Im Bereich Lesen erzielten die Schüler durchschnittlich 490 Punkte. Österreich liegt damit auf Platz 28. Dieses Ergebnis liegt unter dem OECD-Mittelwert und entspricht jenen von Kroatien, Dänemark, Ungarn, Italien, Portugal, Spanien, Schweden und den USA.

Mathe ist doof

2003 erzielten die Jungen in Österreich im Bereich Mathematik durchschnittlich acht Punkte mehr als die Mädchen. 2012 erreichten die Jungen 22 Punkte mehr als die Mädchen. Damit verzeichnete Österreich den stärksten Anstieg an geschlechtsspezifischen Leistungsunterschieden unter allen Ländern.

Die geschlechtsspezifischen Leistungsunterschiede in Mathematik stiegen zwischen 2003 und 2012 um 15 Punkte an. Das der stärkste Zuwachs, der unter allen Länder zu beobachten war.

Die unten stehende Weltkarte zeigt eine grafische Aufarbeitung der PISA-Ergebnisse aller teilnehmender Staaten, wobei rot für eine schlechte, braun für eine mittlere und blau für eine gute Leistung (gemessen am OECD-Durchschnitt) steht. Klickt man auf die Länder, erhält man Angaben zu den einzelnen Teilbereichen des PISA-Tests.

Österreich. Ein Niemandsland der Daten?

Frei verfügbare Daten sind in Österreich oftmals noch eine Rarität. Öffentliche Daten gelten hierzulande als heiliges Gut und schlummern friedlich in ihren Datenbanken, die nur selten öffentlich zugänglich sind.

Trotzdem gibt es schon verschiedene Möglichkeiten, an behördliche Daten zu kommen und einzelne Bundesländer haben begonnen, ihre Verwaltungsdaten offen zu legen.

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten öffentlichen Datenquellen in und aus Österreich:

Frag den Staat

Unter www.fragdenstaat.at können Fragen an die Bundesministerien und die Landesregierungen gestellt werden. Da jeder Bürger nach dem Auskunftspflichtsgesetz das Recht auf Informationen zu Handlungen der öffentlichen Hand hat, kann auf dieser Seite jedermann seine Anfragen und Anliegen an öffentliche Behörden stellen und erhält Auskunft über Fragen zum österreichischen Staat.

FragDenStaat.at erleichtert es Nutzern, sich mit Anfragen an Behörden zu wenden. Man stellt seine Anfrage einfach über ein Web-Formular.

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Die Plattform veröffentlicht daraufhin alle amtlichen Informationsanfragen und ihre Antworten, sodass die Öffentlichkeit den Vorgang prüfen kann. Dadurch wird FraagDenStaat.at zu einer Sammelstelle für amtliche Informationen. Nutzer haben außerdem die Möglichkeit, den Antwortenpool nach Schlagworten zu durchsuchen. Gleichzeitig dient die Veröffentlichung des Frage- und Antworthergangs dazu, die Antwortpraxis der Behörden transparent und kontrollierbarer zu machen.

Das Portal soll speziell für investigative Journalisten und Nichtregierungsorganisationen nützlich sein. Anfragen können dabei nicht-öffentlich gestellt und erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Dadurch wird die Exklusivität der Information gewahrt.

Grundsätzlich ist die Behörde dazu verpflichtet, auf gestellte Anfragen zu antworten. Ausnahmen gelten dann, wenn aus rechtlichen Gründen keine Auskunft gegeben werden kann, oder die Auskunft zu aufwändig bzw. kostspielig ist. Ein weiteres Manko: man erhält die Daten nicht in geschlossenen Datensätzen.

data.gv.at  – offene Daten Österreich

data.gv.at bietet einen Katalog offener Datensätze und Dienste aus der öffentlichen Verwaltung, die auf den Open Data-Prinzipien basieren. Diese Daten sind frei nutzbar, sowohl für persönliche, als auch kommerzielle Zwecke.

data.gv.at soll als zentraler „Österreich“-Katalog die Metadaten der dezentralen Datenkataloge in Österreich in sich aufnehmen und manuell wie automatisiert abrufbar halten.

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Derzeit sind schon über 1000 Datensätze auf der Seite verfügbar. data.gv.at bietet alles, von Wetterdaten bis zu genauen statistischen Daten aus allen Resorts und Verwaltungsebenen.

Hinter data.gv.at steckt die Cooperation OGD Österreich – ein Zusammenschluss aus Bund, Ländern und Gemeinden, die gemeinsam eine Plattform für offene Daten aus der Verwaltung anbieten.

Ziel der OGD ist es, öffentliche Daten (GIS-Daten, Mikrozensus, Volkszählung, Umweltdaten, Verkehrsdaten, Daten versch. NPOs, NGOs, etc.) in menschen- und maschinenlesbarer Form der Bevölkerung und der Wirtschaft frei verfügbar zu machen.

Diese private Initiative arbeitet in Kooperation mit der öffentlichen Hand und div. Bundesämtern und Organisationen zusammen. 

Weiterführende Links:

Offener Haushalt

Seit November 2013 werden unter www.offenerhaushalt.at  die Finanzen und das Budget österreichischer Gemeinden übersichtlich präsentiert. Auf dem Portal sind die Rechnungsabschlüsse und Ausgaben der Jahre 2001-2012 hinterlegt. Bereits 500 Gemeinden haben den Zugang benutzt, etwa 10% haben die Freischaltung vorgenommen.

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Die österreichischen Gemeinden, BürgerInnen und andere Interessenten erhalten einen einzigartigen Überblick über die Gemeindefinanzen einzelner Orte und Städte und können diese auch – ganz im Sinne einer transparenten Haushaltsführung – generell im Internet verfügbar machen. Da die BürgermeisterInnen selbst die Möglichkeit haben, eine Freischaltung durchzuführen, kommen laufend neue Gemeinden dazu.

Weitere Links zu wichtigen österreichischen Datenlieferanten