Das Zubrot der Abgeordneten

So viel verdienen Österreichs Parlamentarier neben den 8.306,90 Euro, die sie für ihren Job als Mandatare beziehen. Die Spitzenverdiener im Hohen Haus tragen schwarz.

Von Klaus Knittelfelder

8.306,90 Euro. Brutto. So viel bekommt ein Abgeordneter des österreichischen Parlaments – egal, welcher Fraktion – für seine politische Arbeit im Parlament. Seit einigen Monaten herrscht was die Nebeneinkünfte der Mandatare betrifft, ziemliche Transparenz. Will heißen, Politiker sind in der Pflicht, ihre Zubrote offiziell anzugeben. Jene, die erst im September ins Hohe Haus eingezogen sind, haben noch bis Sommer 2014 Schonfrist. Weitere Angaben sind einfach noch ausständig. Folgender Artikel befasst sich mit den monatlichen Nebenverdiensten, die Österreichs Abgeordnete als Minimum angegeben haben. Jene, die keinerlei Angaben zu ihren Einkünften machten, scheinen in den folgenden Tabellen nicht auf.

Nun folgt eine Gegenüberstellung der Durchschnittsverdienste der verschiedenen Parlamentsklubs. Das Rennen mach hier die ÖVP, wenn auch nur knapp vor FRANK. Die Dichte der freiheitlichen Großverdiener wäre relativ groß, jedoch halten sich die Zahlen mit den niedrigen Einkommen mancher FPÖ-Mandatare ziemlich die Waage. Würde man einen Median berechnen, läge der über jenen der anderen Fraktionen.

Die Abgeordneten der SPÖ kommen auf ein durchschnittliches Nebeneinkommen von 3300,77 Euro. Jarolim, Schieder und Unterrainer führen das Ranking der Roten an.

Die ÖVP ist, gemessen an den Nebeinkünften ihrer Mandatare, die reichste Partei Österreichs.

Wie bereits erwähnt, zählt die FPÖ einige Mitglieder im “"Klub der höchsten Steuerklasse”. Fuchs, Stefan und Karlsböck stehen in diesem Ranking ganz oben.

Wenig überrachend schneiden die Grünen in diesem Vergleich nicht im Spitzenfeld ab.

Dadurch, dass die Neulinge im Hohen Haus noch Zeit haben, ihre Nebenverdienste anzugeben, halten sich die Auflistungen von FRANK und NEOS in Grenzen. Stronachs Gefolgsleute, die als solche wohl nicht mehr flächendeckend zu bezeichnen wären, kommmen auf knapp 4.000 Euro Durchscnittseinkommen.

Bei den NEOS-Leuten sieht die Sache ein wenig anders aus. Die in diesem Fall aber nicht aussagekräftige Durschnittsrechnung liegt nur knapp über dem Wert der Grünen. Einzig Vice-Chef Niko Alm verdient mehr als der österreichische Durchschnittsarbeiter zu seinem Polit-Gehalt.

Nerd trifft Schreiber

Im Datenjournalismus prallen Programmierer und Journalisten aufeinander – Ähnliches passiert bei sogenannten Hackathons. IT-Fachleute setzten sich mit Projektmanagern zusammen, um dann idealerweise nach ein paar „Hackdays“ den Stand der Dinge etwas weitergeschoben zu haben.

Ein Hackathon, ganz nebenbei die wohl unsportlichste Variation des Wortes Marathon, ist  eigentlich ganz leicht beschrieben: Über  zumeist mehrere Tage arbeiten Experten ihrer IT-Fachgebiete gemeinsam Lösungen für Softwareprobleme aus. Nach Standard-Vorgehensweise werden Teams gegründet, die sich einzelnen Teilgebieten des zu behandelnden Problems sind – anschließend wird programmiert und präsentiert.  Am Ende des Tages soll dann Software in Form von Apps oder zumindest die ideale Nutzung derer dabei herausschauen, um sich beim nächsten Hackathon einem neuen Problem widmen zu können. So weit, so gut.

Datengeschichte

Im Datenjournalismus greift man nun auf genau dieses Prinzip der Weiterentwicklung zurück und konferiert sich sozusagen auf die jeweils nächste Stufe. Programmierer sind selbstverständlich auch dort vor Ort, schließlich müssen die Vorstellungen und Daten der ebenfalls anwesenden Journalisten in eine ansprechende Form gebracht werden. Ziel ist es, über Daten und deren Inszenierung eine Geschichte zu erzählen. Außerdem vonnöten sind Rechtsexperten, die über die Herkunft und Verwendung von Daten für Klarheit sorgen sollen. Nach dem Vorbild herkömmlicher Hackathons werden Gruppen eingeteilt, in jeder Gruppe findet sich zumindest ein Journalist und ein Programmierer.

Ebensolche journalistische Hackathons existieren jedoch noch nicht allzu lange. Den Anfang machte ein 30-Stunden-Hackathon nahe Buenos Aires im April 2011. Unter dem Arbeitstitel „Mapa76“ setzten sich 150 Experten in Rosario, um die Barrieren Journalismus und IT einzureißen, indem man mit Informationen auf einer Karte eine Geschichte erzählt. Die Daten stammen aus der Zeit der argentinischen Diktatur der Jahre 1976-83, angepeilt wurde es, Beschlüsse und historische Fakten auf ihren damaligen Schauplätzen abzubilden. Von Seiten der „Hacker“ heißt es, das Projekt sei in der aktiven Entwicklungsphase.

Thinking outside the box

In Helsinki fand im Rahmen des OKFestivals eine vergleichbare Versammlung statt. Hier standen Datenvisualisierungen im Vordergrund. Die größte finnische Tageszeitung, Helingin Sanomat, lud zu einem Hackathon um Datenjournalismus-Projekte zu launchen. In jedem der Teams fand sich zumindest ein Designer, ein Programmier und ein Journalist um neue Ideen zu entwickeln und aus den alltäglichen Schemata „herauszudenken“.  Die untenstehende Slideshow gibt Aufschluss über die Arbeitsschritte des Hackathons.  Dass dieser Prozess ebenfalls mit OpdenData zu tun hat, versteht sich. Schließlich müssen die Daten auch irgendwo herkommen.

Der Sinn dieser Veranstaltungen liegt selbstverständlich im Entwickeln von Software und Projekten – vielmehr jedoch geht es meiner Meinung nach darum, Branchengrenzen zu durchbrechen um eine Art Selbstverständlichkeit der Zusammenarbeit entstehen zu lassen. Erst wenn Programmierer, Journalisten und Designer in einem Raum sitzen, kann sich der Datenjournalismus weiterentwickeln.