Die zufriedensten Nationen der Erde

Mit dem World Happiness Report erscheint alle Jahre eine Studie, die sich mit dem weltweiten Glück auseinandersetzt. Der Happyness Report dokumentiert, wo die glücklichsten – oder besser gesagt zufriedensten – Menschen des Planeten leben. Ist ein hohes Bruttoinlandsprodukt ausschlaggebend, um eine glückliche Nation zu sein? Welche Kriterien muss ein Staat erfüllen, um es im Ranking ganz nach oben zu schaffen? Und wo leben die zufriedensten Menschen? Eine Analyse.

World Happiness Report: Hans und das Glück

Besitztum macht nicht glücklich. Das ist zumindest die Kernbotschaft des Märchens “Hans im Glück” der Brüder Grimm. Der Handwerksbursche erhält als Lohn für sieben Jahre Arbeit einen kopfgroßen Klumpen Gold. Durch mehrere Tauschgeschäfte besitzt Hans zu guter Letzt nur noch zwei Steine, die ihm in einen Brunnen fallen, als er etwas trinken will. “So glücklich wie ich gibt es keinen Menschen unter der Sonne”, ruft er nach dem vermeintlichen Missgeschick heraus. “Mit leichtem Herzen und frei von aller Last ging er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter angekommen war”, heißt es im Märchen weiter. Es gibt also bedeutsameres als Geld und Besitz – oder gar das Bruttoinlandsprodukt eines Staates, das den Gesamtwert aller Güter, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden, angibt: sich von Lasten loseisen, um frei zu sein.

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Reporter-Bots und Urzeitkrebse

In unserem Umfeld werden immer mehr Daten erhoben. Sensorjournalismus will aus diesen Informationen Geschichten machen. Möglichst automatisch.

Eine Einführung von Benjamin Reibert und Raffael Reithofer

Luftgütemessstation, Feuermelder oder Thermometer – auch wenn wir es nicht merken, sind wir im Alltag ständig von Sensoren umgeben. Sogar in unserem Smartphone ist heute eine Vielzahl dieser künstlichen Fühler verpackt. Sensoren erweitern unsere Wahrnehmung, informieren uns also über Dinge, die unseren Sinnen verborgen bleiben. Schenkt man den Prognosen zum Internet der Dinge Glauben, wird unser tägliches Leben in Zukunft viel mehr von Sensoren geprägt sein, als es das heute ist. Vor allem aber werden die Daten miteinander vernetzt sein. Stichwort Selbstvermessung via Lifelogging. Da quantitative Information in der digitalen Welt eine große Rolle spielt, will diese auch journalistisch aufbereitet werden. Daraus ist unter anderem der Datenjournalismus entstanden. Folgt man den Trends, werden Daten in Zukunft zu einem großen Teil über Sensoren generiert.

Sensorische Daten journalistisch aufbereitet

Hier kommt Sensorjournalismus ins Spiel: „Sensorjournalismus ist Journalismus, dessen Inhalte von Sensoren mitbestimmt werden. Roboterjournalistische Software liest dabei die Sensordaten aus“, definiert der freie Wissenschaftsjournalist Jakob Vicari diesen noch in den Kinderschuhen steckenden Trend, mit dem er sich seit Anfang 2015 beschäftigt. Während der Journalist den Sensor einrichtet und Textbausteine vorformuliert, erledigt der Computer den Rest: „Eine Hardware, die Reporter-Box, nimmt Sensordaten auf. Eine Software, der Reporter-Bot, generiert daraus einen Text.” So soll das zumindest bei Vicaris “Sensor-Live-Reportage” über Urzeitkrebse funktionieren.

Sensorjournalistische Recherche in der Praxis: Jakob Vicaris „Sensor-Live-Reportage”-System (Quelle: www.sensor-live-reportage.de)

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