Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall: Todesursachen in der Steiermark

Im entwickelten Land Österreich leben die Menschen immer länger, und sie sterben hauptsächlich an Krebsleiden und den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Steiermark liegt in Sachen Lebenserwartung und Sterbealter im österreichischen Mittelfeld. Auch in unserem Bundesland sterben immer weniger Junge und mehr Alte.

Wer in der Steiermark lebt, lebt durchschnittlich nicht unbedingt am längsten. In Österreich gibt es ein bekanntes Ost-West-Gefälle, das sich neben der durchschnittlichen Lebenserwartung etwa auch am Einkommen oder an der Bildung festmachen lässt. Die Gründe dafür, dass die Menschen in Tirol oder Vorarlberg eine größere Lebenserwartung haben als der Österreichschnitt, in Wien aber eine deutlich niedrigere, sind vielfältig. Ein größeres Gesundheitsbewusstsein im Westen, die Armutsentwicklung im Süden und Osten sowie Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen – besonders im urbanen Raum – spielen eine Rolle.

Wer im Jahr 2015 in der Steiermark geboren ist, der hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 81,13 Jahren. Damit liegt die Steiermark haarscharf über dem gesamtösterreichischen Schnitt (81,11). Männer haben hierzulande eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78,50 Jahren (Ö-Schnitt: 78,63), für Frauen beträgt diese 83,76 Jahre (Ö-Schnitt: 83,59).

 

Fünf Jahre mehr

Auch das tatsächliche Sterbealter hat sich in den vergangenen 30 Jahren in der Steiermark kontinuierlich nach oben verschoben, die letzte detaillierte Untersuchung der Landesstatistik dazu stammt aus dem Jahr 2006. So lebten Männer in diesem Jahr durchschnittlich 4,5 Jahre länger als noch 20 Jahre zuvor, Frauen sogar 5 Jahre.

Die längere Lebenserwartung bzw. das höhere Sterbealter zeigen sich naturgemäß auch in der Altersstruktur der Verstorbenen: Machten beispielsweise Säuglinge unter einem Jahr 1986 noch 1 Prozent der Gesamtmortalität in der Steiermark aus, waren es 2006 nur mehr 0,3 Prozent. Auch in allen anderen Altersgruppen bis 74 ist ein statistischer Rückgang an Todesfällen zwischen 1986 und 2006 zu verzeichnen. Angestiegen ist im Gegensatz dazu die Anzahl der Toten, die 75 oder älter waren. In anderen Worten: 2006 starben in der Steiermark weniger Junge und mehr Alte als noch 20 Jahre zuvor.

 

Hauptursache Herzkrankheiten

Die beiden Haupttodesursachen in der Steiermark sind Krebserkrankungen sowie Herz- und Kreislauferkrankungen, mehr als zwei Drittel (69 Prozent) aller Sterbefälle entfielen 2006 auf diese beiden Gruppen. Auffällig sind aber deutliche Verschiebungen: Waren bösartige Neubildungen 1986 noch für lediglich ein Fünftel aller Todesfälle die Ursache, ist dieser Anteil 2006 auf ein Viertel gestiegen. Herz- und Kreislauferkrankungen jedoch – 1986 noch für mehr die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich – sanken in ihrer Häufigkeit als Todesursache bis 2006 um fast zehn Prozent. Die weiteren Hauptursachen sind Krankheiten der Atmungsorgane und sonstige Krankheiten (diese Gruppen verzeichneten jeweils einen Zuwachs zwischen 1986 und 2006), sowie Krankheiten der Verdauungsorgane und Verletzungen und Vergiftungen (hier gab es einen Rückgang).

Ein genauerer Blick auf die zehn häufigsten Todesursachen der Steirerinnen und Steirer zeigt außerdem deutliche Geschlechterunterschiede auf. Während einige Todesursachen bei Männern und Frauen unterschiedlich gehäuft auftreten, gibt es andere, die nur bei einem Geschlecht in die Gruppe der häufigsten Zehn fallen: Unfälle, Suizid und Selbstbeschädigung finden sich bei nur Männern in der Liste (Platz 10); Todesfälle durch Bluthochdruck mit Herzkrankheit und bösartige Neubildungen des lymphatischen, blutbildenden und verwandten Gewebes sind dagegen nur bei Frauen eine der zehn häufigsten Todesursachen.

 

Fazit

Die Steirerinnen und Steirer leben im Österreichvergleich durchschnittlich nicht besonders lange, aber auch nicht besonders kurz. Wie auch im Rest des Landes haben sich in den vergangenen Dekaden die statistische Lebenserwartung und auch das tatsächliche Sterbealter nach oben hin verändert. Es sterben weniger Junge und mehr Alte, und das an anderen Ursachen als früher. Während Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen – immer noch die häufigste Todesursache in der Steiermark – zurückgehen, stirbt heute schon mehr als ein Viertel der steirischen Bevölkerung an Krebskrankheiten.

„Bin ich viele?“, „Geht’s mir gut?“, „Wer unterstützt mich?“ – Antworten auf diese Fragen bietet die WEB-APP des Projekts „Steirische Vielfalt visualisiert“, die Daten zur Diversität in der Steiermark visuell darstellt und zugänglich macht. Realisiert wurde das Projekt vom Land Steiermark in Kooperation mit FH JOANNEUM und TU Graz.

 


Daten
Statistik Austria: Lebenserwartung für ausgewählte Altersjahre 1995 bis 2015 nach Bundesländern und Geschlecht (PDF, CSV)
Landesstatistik Steiermark:  Todesursachen in der Steiermark 1986, 1996 und 2006 (PDF)

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